Tipps für Eltern vom Lifestyle Team, 26 Aug. 2021

So kontrollierst Du effektiv die Handynutzung Deines Kindes

Parental Control Image by Anastasia Gepp from Pixabay

Eine aktuelle Studie des deutschen Digitalverbandes Bitkom , die sich mit der Mediennutzung von Kindern und Jugendlichen befasst, zeigt erstaunlich hohe Prozentzahlen, was die Handynutyzunng von Kindern heutzutage angeht. Kinder im Alter von 10 bis 11 Jahren, besitzen bereits ein eigenes Smartphone. Kinder und Jugendliche im Alter von 10 bis 18 Jahren, benutzen das Gerät hauptsächlich zum Streamen von Musik und um online Videos anzuschauen.

Das Wichtigste bei der Handynutzung Deiner Kinder ist die Aufklärung von möglichen Gefahren. Doch selbst wenn Du mit Deinen Kindern über Bildschirmzeitbeschränkungen und verantwortungsbewusstes Online-Verhalten gesprochen hast, ist es immer noch sehr schwierig, die tatsächliche Nutzung zu überwachen.

Eine Kindersicherung kann Dich dabei unterstützen, das Surfverhalten Deiner Kinder sicher, unterhaltsam und produktiv zu gestalten. Diese funktionieren am besten, wenn sie offen und ehrlich in Partnerschaft mit Deinen Kindern eingesetzt werden - nicht als Spionagemethode.

Herauszufinden, welche Art der elterlichen Kontrolle am besten ist, hängt zudem ganz von den Bedürfnissen der Eltern ab. Einige können mit einfachen, kostenlosen Browsereinstellungen auskommen, um unangemessene Inhalte zu filtern. Andere brauchen zusätzliche Mittel, um die Bildschirmzeit zu verkürzen.

” Immer, wenn ein Kind vor einem Smartphone sitzt, stirbt irgendwo auf einem Baum ein Abenteuer.” - unbekannt

Hier findest Du Antworten auf die am häufigsten gestellten Fragen von Eltern zur effektiven Kontrolle der Handynutzung ihrer Kinder.

1. Der richtige Vertrag

Viele Mobilfunkanbieter haben spezielle Verträge für Kinder im Angebot. Um die Nutzung und den Erwerb von Zusatzfunktionen wie Apps und kostenpflichtige Dienste einzuschränken oder gar zu unterbinden, bietet sich oft eine Prepaid-Option an.

Mit einer App, die Du auf Deinem eigenen Handy installierst, kannst Du zudem den Verbrauch Deines Kindes überwachen. Ein kleineres Datenvolumen reicht meist vollkommen aus, um mit Messenger-Diensten in Kontakt zu bleiben. Sollte Dein Kind zu ausgiebig surfen, ist das Datenvolumen ruck zuck aufgebraucht und es kann nicht mehr Online gehen. Damit lernen sie sehr schnell, verantwortungsbewusster mit der Internetnutzung umzugehen.

Mobilfunkfirmen bieten zudem eine Drittanbietersperre an, die teure Zusatzdienste im Abo unterbindet. Du kannst sowohl mit Android als auch iOS Funktionen jederzeit sperren oder zeitlich begrenzen.

2. Zeitbegrenzung der Handynutzung

Wenn Deine Kinder in der Schule sind oder bei Freunden, hast Du die Nutzung nicht wirklich unter Kontrolle. Zuhause bietet es sich an, für eine bestimmte Zeit das Mobilfunkgerät bei Dir abzugeben. Smartphone freie Zeiten sind sehr wichtig für Dein Kind, damit es schon früh einen verantwortungsvollen Umgang lernt.

Vor allem müssen auch wir Eltern mit einem guten Beispiel vorangehen und diese Zeiten auch einhalten. Selbstverständlich ist dies nicht immer möglich, da wir wichtige Nachrichten oder Anrufe bekommen, jedoch ist es wichtig, den Kindern zu zeigen, dass wir nicht nur aus Langeweile oder Gewohnheit immer und überall unser Smartphone zur Hand haben.

Es hat sich als sehr effektiv erwiesen, Mobilfunkfreien Zeiten in einem Vertrag schriftlich mit den Kindern festzuhalten. Lege in diesem die “Vertragsstrafen” fest, wie zusätzlichen Handyentzug für eine bestimmte Zeit oder andere Maßnahmen wie Fernsehverbot.

Du kannst auch eine App auf dem Smartphone Deines Kindes installieren, das die Nutzung automatisch währen bestimmten Zeiten blockt. Beispielsweise für Hausaufgaben oder nach dem zu Bett gehen. Die Bekanntesten Apps sind Familytime, Famisafe, Screen Time Parental Control und Spyzie.

Was auch immer Du auf dem Handy Deines Kindes installierst, um die Nutzung zu kontrollieren, dies solltest Du niemals im Geheimen tun, sondern ganz offen mit Deinem Kind darüber sprechen. Somit fühlt es sich nicht kontrolliert und versteht auch den Grund dafür.

3. Webseiten und bestimmte Apps blockieren

Wenn Du nur einschränken möchtest, wonach Deine Kinder im Internet suchen können, aktiviere ganz einfach Google SafeSearch in jedem Browser, der verwendet werden kann. Zuerst musst Du sicherstellen, dass der Browser Google als Standardsuchmaschine verwendet. Dies ist eine gute Vorsichtsmaßnahme, sobald Deine Kinder online gehen und Du sicherstellen möchtest, dass sie nicht versehentlich über nicht jugendfreie Inhalte stolpern.

Du hast auch die Möglichkeit, die mobile Datennutzung komplett zu unterbinden, so dass Dein Kind unterwegs ausschließlich telefonieren und SMS schreiben kann. Allerdings ist dann natürlich die Nutzung von Messenger-Diensten wie WhatsApp nicht möglich. Der Vorteil hiervon ist, dass die Online-Nutzung auf das häusliche WLAN beschränkt ist und Du die Zeiten gut im Blick hast.

4. Unterbinde die Möglichkeit, Zusatzdienste zu kaufen

Unsere Kleinen sind sich oft nicht im Klaren, dass Zusatzdienste wie Klingeltöne, Spiele und in-App Funktionen kostenpflichtig sind und sogar im Abonnement abgeschlossen werden. Du kannst über den Netzbetreiber die Möglichkeit sperren lassen, kostenpflichtige Dienste herunterzuladen. Hier sind die Servicenummern zur Sperrung von kostenpflichtigen Diensten: Telekom 2202, Vodafone 1212, O2 55222.

5. Entscheidet gemeinsam, welche Apps erlaubt sind

Lass Dein Kind mitentscheiden, wenn es um die Auswahl der Apps geht. Sollte es Dir vom Spiel XY erzählen, das es bei einem Freund gesehen und gespielt hat, kannst Du dies vorab auf deinem eigenen Handy installieren und gemeinsam testen. Sei ehrlich, hast Du nicht auch Candy Crush oder Sudoku auf Deinem Smartphone? Einige Spiele sind durchaus sinnvoll. Da Du die Zeit am Handy beschränkst, spricht auch nichts gegen Spiele, die Dein Kind fordern.

Solltest Du mit dem gewünschten Spiel nicht einverstanden sein, da es beispielsweise Geld kostet oder gewaltsam ist, keinerlei Lerneffekt aufweist, erkläre dies Deinem Kind. Es ist nicht einfach zu verstehen, warum der Freund dieses Spiel spielen darf, aber Deinem Kind ist dies nicht erlaubt. Aufklärung ist das A und O bei der Handynutzung!

Fazit: Kontrolle ist gut, Vertrauen ist besser!

Sehr wichtig ist, dass Du die Privatsphäre Deines Kindes respektierst, so wie Du Deine eigene auch respektiert haben möchtest. Die Nachrichten der Kleinen durchzulesen sollte für Dich ebenso Tabu sein, wie umgekehrt. Sonst verliert Dein Kind sehr schnell das Vertrauen in Dich und wird Dir nicht mehr von alleine Intimes und Wichtiges erzählen.

Solltest Du das Smartphone kontrollieren möchten, tu dies zusammen mit Deinem Kind, so dass es nicht das Gefühl hat, Du spionierst in seinem Privatleben. Sehr oft, besonders am Anfang, sind sich die Kinder nicht der Konsequenzen bewusst, was es heißt, beispielsweise eine Spiele-App mit Abo-Kosten herunterzuladen. Sollte dies oder Ähnliches zum ersten Mal passieren, sprich offen darüber und kläre über die Folgen auf. Bei einem erneuten Verstoß gegen diese Regel kannst Du beispielsweise die Kosten vom Taschengeld abziehen, damit es sich bewusst wird, dass diese Dienste kostenpflichtig sind.

Bei der Einschränkung der Smartphone Nutzung Deines Kindes gilt: Kontrolle ist gut und wichtig, Vertrauen jedoch noch mehr.